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Stellungnahme Prof. Dr. Dr.h.c. Heinrich
Magirius
Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. Dr.h.c. H. Magirius in einer Petition
an den Sächsischen Landtag:
Als Denkmalpfleger habe ich vierzig Jahre lang den oft stockenden,
nun aber doch im Äußeren fast vollendeten Wiederaufbau miterlebt. Nun ist
der "Nukleus" der barocken Gartenanlage wieder erkennbar und erlebbar. Diese
barocke Architekturschöpfung ist Gegenstand der europäischen Kunstgeschichte
und noch heute zu uns sprechend als Gartenschloss, geschaffen zum festlichen
Genuss von erhöhtem kulturellen Leben. In diesen Bau gehören nicht Sammlungen
rein wissenschaftlichen Charakters. Er sollte - wie schon im Erdgeschoss
- weiterhin im Innern historisch exakt rekonstruiert werden. Damit würde
ein Glanzstück barocker Festkultur wiedergewonnen. Der im Kreuzungspunkt
der Hauptalleen des Großen Gartens gelegenen Festsaal im Obergeschoss -
durch Freitreppen feierlich erschlossen - ist wie geschaffen für festliche
Empfänge und für kammermusikalische Konzerte. Die schon heute in den Sälen
des Erdgeschosses versammelten Meisterwerke barocker Skulptur veranschaulichen
den hohen Stand barocker Gartenskulptur in Sachsen. Wenn man hier weitere
wertvolle, aber gefährdete Skulpturen aus sächsischen Parks versammelte,
könnte man eine wichtige und sonst nirgends vorhandene Sammlung installieren,
die dem Charakter des Palais entspräche. Mit der weiteren Wiederherstellung
des Palais und des umgebenden Gartenparterres und einer angemessenen Nutzung
wird ein Gesamtkunstwerk in unsere Zeit zurückgeholt, um die uns alle Hauptstädte
Europas beneiden werden. |