Petition an den Sächsischen Landtag
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durch Dr. Günter Voigt
unter Mitwirkung von
Prof. Dr. Hans-Joachim Neidhardt
Kai Vogler
Peter Zacher
Helmut Branny
Dr. Klaus Stiebert
Prof. Ludger Rèmy
Jan Vogler
Prof. Dr. phil. habil. Matthias Herrmann
Heike Liebmann
Jörg Brückner
Fabian Dirr
Dipl.phil. Winfried Werner
Guido Titze
Thomas Freier
Reinhard Decker
Dr. theol. Karl-Ludwig Hoch
Prof. Elisabeth Wilke
Kathrin Reeckmann
Franz Demmler
Hans-Volker Mixsa
LKMD Gerald Stier
Wortlaut:
An den
Petitionsausschuß
des Sächsischen Landtages
Dresden
Nutzungskonzept - Palais im Großen
Garten zu Dresden
Dresden,
den 18. September 2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
Vorletzte Woche begann im Palais im Großen Garten eine musikalische
Veranstaltungsreihe mit gutem Einstieg. Das wäre ein guter Einstieg
für das Vorhaben, dieses für Sachsen einzigartige Kleinod wieder mit
Leben zu erfüllen und seiner 1889 von Bouché formulierten Bestimmung,
"... bei besonderen Anlässen als Festsäle zu dienen, ... für musikalische
Darbietungen ..." als auch "... zu luxuriösen Festlichkeiten
..". zurückzugeben, welches von der Denkmalpflege, von prominenten
Kunsthistorikern der Stadt, von bekannten Musikern und von der Schlösser-
und Gärtenverwaltung, sowie von musikinteressierten Dresdner Bürger
unterstützt wird. Ein bürgernahes Anliegen in einer Kulturstadt ist
es allemal, und ein repräsentatives Vorzeigeobjekt für Stadt und Land
höchsten Ranges könnte entstehen. Aber anscheinend ist die Umsetzung
dieses Vorhabens problematisch.
Seit vielen Jahren bemühe ich mich, neben meiner Arbeit in verschiedenster
Weise für die "Kulturlandschaft Dresden und Umgebung" positiv wirksam
zu sein (Gründungsmitlied des Freundeskreises Robert-Sterl-Haus (1978)
D am Reformationstag 1989 "Aufrufer" für den Wiederaufbau der Frauenkirche
sowie Gründungsmitglied des Fördervereines und Erstunterzeichner des
Rufes aus Dresden D Gründungsmitglied Entwicklungsforum Dresden und
der Initiative Dresden-Plauen D Gründungsmitglied des Kammermusikfestivals
Schloß Moritzburg D Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der
CD-Aufnahmefirma Dresdner Compact Disc zur Aufnahme klassischer Musik
in Dresden bis 1996 D Herausgeber des Buches über den Dresdner Hofphotographen
Emil Römmler D Verschiedene Initiativen zur Unterstützung von Professor
Nadler [Initiator einer Unterschriftenaktion] D Mitglied in der Gesellschaft
historischer Neumarkt). Durch diese Aktivitäten wurden Kontakte zu Kunsthistorikern,
Musikern und Musikwissenschaftlern hergestellt. Es werden oft auch aktuelle
Probleme zu Gesprächsthemen diskutiert. Konkret angesprochen wurde in
der letzten Zeit das Problem der Nutzung des Palais im Großen Garten
in Dresden. Die bekannten Musiker Professor Ludger Rèmy und Helmut Branny
traten an mich mit der Bitte heran, meine Erfahrungen aus der Frühphase
des Frauenkirchen-Wiederaufbaubewegung einzubringen und den drohenden
Verlust verhindern zu helfen. Dieses frühbarocke Palais, ein Kleinod
des 17. Jahrhunderts, müsse der Öffentlichkeit erhalten bleiben und
für öffentliche Veranstaltungen erschlossen werden. Es ist das letzte
Gebäude aus jener Epoche in Dresden und damit die letzte Möglichkeit,
Musik der vorklassischen Epoche in originärer Umgebung aufzuführen.
Außerdem besitzt Dresden keinen Kammermusiksaal, der eine Sitzplatzzahl
hat, um Konzerte auch aus wirtschaftlicher Sicht zu ermöglichen. Für
eine Landeshauptstadt ein eher trauriger Zustand!
Die Akustik im Großen Saal des Hauptgeschosses - eine als Anlage beiliegende
Musik-CD die im Rekonstruktionszustand des Palais aufgenommen wurde,
hat schon Furore gemacht - verspricht faszinierende Ergebnisse.
Soweit mir bekannt wurde, gab es in der Fragestellung der Nutzung verschiedene
mündliche Anfragen unterschiedlicher Personen an zuständige Gremien
(Ministerien und Verwaltungen). Es sei jeweils vage angedeutet worden,
daß das Nutzungskonzept mehr oder weniger beschlossene Sache sei - das
Palais werde dem Landesamt für Archäologie zugeschlagen (die Sächsische
Zeitung vom 12.09.2000 berichtete darüber). Der Nestor der Denkmalpflege
und Dresdner Ehrenbürger Professor Hans Nadler hat einmal gesagt: "Macht
mir kein Scherbenmausoleum daraus". Selbst solche, aus meiner Sicht
unglaublichen, ja abstrusen Pläne, wie des Einziehens einer Zwischendecke
mit Säulen in der Form eines großen Tisches in den großen Saal für erhebliche
Summen würden schon gedanklich Form annehmen.
1. Ich würde gern vom Petitionsausschuß geklärt wissen, welchen demokratischen
Gang solche Entscheidungen bzw. Vorentscheidungen gehen, zumal
dann, wenn einen Teil des "Tafelsilbers" des Landes und indirekt
auch der Stadt vergeben wird.
2. Woher werden Mittel für die Zerbauung von einzigartigen Denkmalen
bereitgestellt? Ich habe selbst ein Denkmal am Loschwitzer Elbhang
rekonstruiert, und trotz Beantragung keine Denkmalschutzzuschüsse bekommen.
3. Mit welcher Begründung entscheidet man sich für welche Kriterien?
Ich bin der Meinung, daß es keine Alternative zur originalgetreuen Rekonstruktion
und zur Nutzung nach Bouchés formulierten Nutzungsbestimmung für das
Palais gibt. Ich bin von den anschließend genannten Personen autorisiert
worden, deren folgende Stellungnahmen zum Palais im Großen Garten, die
integrales Bestandteil dieser Petition sind, hier wiederzugeben:
Prof. Dr. Hans-Joachim Neidhardt
Kunsthistoriker, Professor für Kunstgeschichte, emeritierter Kustos
der Staatlichen Kunstsammlungen, Träger des Bundesverdienstkreuzes
Das Palais im Großen Garten ist ein Markstein in der deutschen Architektur
des Barock und der früheste Bau dieses Stils in Kursachsen. Insbesondere
werden wir mit dem Festsaal im Obergeschoß nach seiner Wiederherstellung
ein barockes Gesamtkunstwerk besitzen, wie es heute kein zweites Mal
in Sachsen mehr zu finden ist. Das verbietet z.B. eine künftige museale
Nutzung, welche durch Installationen oder gliedernde Einbauten sogleich
wieder zerstören würde, was man gerade in seiner beeindruckenden Einheit
von Architektur, Skulptur, Stuckierung und Malerei der Menschheit wiedergeschenkt
hatte.
Kai Vogler
Erster Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Mitbegründer
des Kammermusikfestivals Schloß Moritzburg
Das Palais im Großen Garten zählt zu den sehr wenigen erhalten gebliebenen
historischen Gebäuden Dresdens, die für Konzertveranstaltungen geeignet
sind. Die Räume des Palais bieten besonders für Kammermusikkonzerte
eine hervorragende Akustik. Auch die Größe und nicht zuletzt die zentrale
Lage des Gebäudes prädestinieren es geradezu für solche Veranstaltungen.
Ich bin der Auffassung, daß angesichts des großen Mangels an Sälen gerade
dieses Formats in Dresden der Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Palais
als Konzertsaal große Bedeutung zukommt.
Peter Zacher
Musikkritiker, Journalist, Stadtrat
Das Palais im Großen Garten war einspielort für CD-produktionen.
Das ergebnis ist bemerkenswert, die akustische situation, gemessen an
den sonstigen möglichkeiten in Dresden, beinahe optimal. Es ist deshalb
unbedingt anzustreben, das palais für kammermusikalische ereignisse
zu bewahren. Die stadt Dresden wird auf absehbare zeit nicht in der
lage sein, aus eigenem aufkommen einen akustisch befriedigenden raum
für kammermusik zu schaffen. Die kombination aus parklandschaft, frühbarocker
architektur und akustischer qualität könnte ein künstlerisches kleinod
für Dresden werden und die attraktivität der stadt erhöhen. Trotz der
prekären raumnot der Dresdner museen wäre eine nur archäologische nutzung
des gebäudes eine bedauerliche zweckentfremdung.
Helmut Branny
Mitglied der Sächsische Staatskapelle Dresden, Lehrbeauftragter der
Musikhochschule in Dresden und Leiter der Dresdner Kapellsolisten
Das Palais im Großen Garten ist nicht nur ein attraktives und gelungenes
Baukunstwerk, es hat auch eine hervorragende Akustik. Seit 20 Jahren
bin ich als Kammermusiker und seit einigen Jahren als Dirigent im In-
und Ausland künstlerisch tätig und kenne dadurch sehr viele Konzertsäle
und adäquate Spielorte. Die Klangqualität des Palais entspricht internationalen
Höchstansprüchen.
Dr. Klaus Stiebert
Literaturwissenschaftler, Kultursenator
Das Palais im Großen Garten ist als ein einmaliges Zeugnis barocker
Festkultur in Dresden, nun nach vielen Jahren fast wieder hergestellt,
uns so erhalten geblieben. Es ist - wie auch alle Fachleute übereinstimmend
feststellen - ohne einschneidende Eingriffe in seine Struktur als Museum
völlig ungeeignet und sollte darum als Zentrum Dresdner Festkultur,
insbesondere für die Pflege alter und neuer Musik, nach seiner endgültigen
Fertigstellung unbedingt so genutzt werden.
Prof. Ludger Rèmy
Musiker und Musikwissenschaftler, Professor der Musikhochschule "Carl
Maria von Weber" in Dresden, Solist für alte Musik
Ein offenes Palais - wer ersehnt sich das nicht mehr als ein Musiker?
Man gibt dem Bauwerk seine Seele zurück: es wird belebt, ja, vor allem
durch Musik, fernab musealer Bemühungen, toter und tötender historisierender
Überlegungen - und wenn man die Narben betrachtet, die an das "Memento
mori!" des Krieges erinnern, aber auch die Schönheit des wiedererstandenen
Gebäudes sieht, so ist Musik wahrlich die Seele des Palais.
Heute ist das Palais im Großen Garten ein Ort abseits... noch. Viele
gehen daran vorbei, wissen nicht einmal um sein großartiges Inneres,
aber wenn plötzlich Musik aus seinen Räumen ertönt, dann verwundert
man sich darüber, wie passend, wie logisch sich das Gebäude mit seiner
Seele (keiner vergangenen, sondern einer immer aktuellen) verbindet.
Wer bemerkt das mehr als der Musiker, der das Glück hat, in der herrlichen
Akustik der schönen Säle zu spielen?
Wie die Frauenkirche ein Symbol des geistlichen Sachsen ist, so repräsentiert
das wesentlich ältere Palais das weltliche Sachsen und vor allem unser
heutiges Dresden. Wollen wir es nicht vergessen: das Palais ist die
Keimzelle des berühmten Canallettoblickes unseres heutigen Dresden.
Aber dieses Gebäude ist nicht nur Erbe der Geschichte, es hat auch eine
historische Konzeption, einen Zweck: denn errichtet wurde es zur Repräsentation,
für Feste, zur Freude (obzwar nicht aller), zum Feiern, zur Musik. Das
Fest war eine politische Handlung: man repräsentierte sich selbst, den
Staat, die Stadt und das Leben. Daraus folgert logisch ein Interesse:
Ist es nicht denkbar, daß man das Palais, das wie ein Phönix neu aus
der Asche entstand, wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuführt,
und - unseren Zeiten entsprechend - wirklich für alle?
Ist es nicht denkbar, das neben kulturellen "events" (früher nannte
man es nur "Fest"...) sich auch die Stadt, der Staat, die Wirtschaft
in dem repräsentativen und repräsentierenden Gebäude zu Festen ein Stelldichein
gibt?
Und zu guter Letzt: geben die Räume des Palais nicht einen idealen Konzertsaal
ab, wie es in Dresden noch keinen gibt, ohne daß man einen großen finanziellen
Aufwand treiben müßte? Das Gebäude steht, es existiert, es wurde bereits
vor mehr als 300 Jahren auch für Musik konzipiert. Man sollte die Chance,
die uns die Geschichte vererbt, erkennen und mit raschen Händen zugreifen.
Das wäre dann eine glückliche Synthese unserer heutigen Gegenwart mit
lebendiger Geschichte.
Jan Vogler
(NewYork/USA) ehemaliger Erster Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle
in Dresden und Cello-Solist, Mitbegründer des Kammermusikfestivals Schloß
Moritzburg
Die ausgezeichnete Akustik, die wunderschöne Lage, die besondere
Atmosphäre, die besonders für die 'Alte Musik' wie geschaffen scheint
- das Palais im Großen Garten muß für Konzerte nutzbar gemacht werden.
Prof. Dr. phil. habil. Matthias Herrmann
Musikwissenschaftler, Professor
an der Musikhochschule "Carl Maria von Weber" Dresden, Mitglied im Kulturbeirat
der Landeshauptstadt Dresden
Von der Zerstörung am 13./14. Februar 1945 hat sich Dresden
- Kunst- und Musikstadt von europäischem Rang - bis heute nicht völlig
erholen können. Das wird u.a. daran sichtbar, daß die Situation an historisch
relevanten Konzertstätten nach wie vor unakzeptabel ist: Gewerbehaus,
Palmengarten, Vereinshaus und andere bleiben unwiederbringlich verloren.
Der Plan, im Zuge des Umbaus des Kulturpalastes zur Philharmonie auch
einen hochwertigen Kammermusiksaal im Sinne Scharouns (Berliner Philharmonie)
entstehen zu lassen, wurde unlängst ad acta gelegt. So bietet die vor
der Vollendung stehende Rekonstruktion des Palais im Großen Garten eine
einmalige Chance für das reiche Musikleben der Landeshauptstadt Dresden:
Es sollte das Palais dauerhaft als (erprobtermaßen) akustisch hervorragende
Aufführungsstätte für Konzerte in kleinerer und kleinster Besetzung
genutzt werden können - in einem architektonisch-künstlerischen Umfeld
von atemberaubender Schönheit. Die Verquickung von Kunst und Musik,
wofür Dresden seit Jahrhunderten steht, fände im Palais im Großen Garten
somit auf Dauer ein überzeugendes Abbild. Es wäre eine Absurdität ohnegleichen,
wenn das seit den 1950er Jahren sachkundig rekonstruierte Bauwerk -
die architektonische Ausnahmestellung kann hier nur summarisch Erwähnung
finden - nunmehr in seinem Innenraum "verbaut" würde, um es museal zu
nutzen.
Heike Liebmann
Sängerin der Sächsischen Staatsoper Dresden, Konzertagentur (Heike Liebmann
Konzerte)
Als Konzertveranstalter würde ich es sehr begrüßen, wenn im Palais
im Großen Garten endlich ein geeigneter Kammermusiksaal entstehen könnte.
Das die Kulturstadt Dresden bis jetzt immer noch keinen Kammermusiksaal
hat, empfinde ich als einen großen Verlust für das Dresdner Konzertleben.
Es wäre dringend nötig, an diesem Projekt zuarbeiten.
Jörg Brückner
Solohornist der Dresdner Philharmonie
Mit Erschrecken habe ich vernommen, daß das Palais im Großen Garten,
welches einen der schönsten Kammermusiksäle enthält, umgebaut und nicht
mehr als ein Heim der Künste dienen soll. Da es in Dresden keinen vergleichbaren
Kammermusiksaal dieser Güte und Schönheit gibt, wäre es für die Kultur
der Stadt ein großer Verlust. Die Kulturstadt Dresden hat leider keinen
Saal für Kammermusik, der diese Voraussetzungen erfüllen könnte. Als
Solohornist der Dresdner Philharmonie und Mitglied des Philharmonischen
Hornquartetts Dresden kann ich nur für den Erhalt des Palais im Großen
Garten als ein Palais der Künste plädieren. Alles andere wäre für mich
einer Kulturstadt wie es Dresden sein möchte nicht würdig.
Fabian Dirr
Musiker, Leiter Carus Ensemble Dresden
Als Mitbegründer und musikalischer Leiter des Carus Ensemble Dresden
vernahm ich die Nachricht bezüglich der Pläne, die das Palais im Großen
Garten betreffen mit Besorgnis.
Dresden als Kulturstadt und als Stadt, in der die Musik eine derart
übergeordnete Stellung hat, braucht auch für die kleineren Formen klassischer
Musikkultur genügend Podien. In Dresden herrscht ein Mangel an Aufführungsmöglichkeiten
gerade für Kammermusik. Die Säle im Schloß Albrechtsberg und im Kulturrathaus,
die z.Zt. die einzigen dieser Art in Dresden sind, können für eine Weltstadt
nicht genügen. Wir brauchen den Kammermusiksaal im Palais im Großen
Garten um der Vielfalt des kulturellen Angebotes, von dem Dresden lebt,
gerecht zu werden.
Dipl.phil. Winfried Werner
Kunsthistoriker, Referatsleiter am Landesamt für Denkmalpflege; das
Palais gehört zu den von ihm betreuten Objekten
Nachdem das Palais im Großen Garten durch die im Februar 1945 erfolgten
Luftangriffe auf Dresden schwerste Zerstörungen erlitten hatte, sind
die Wiederaufbauarbeiten an diesem Gebäude nach nunmehr 55 Jahren immer
noch nicht abgeschlossen. Während die Rekonstruktion des Daches inzwischen
bereits erfolgt ist und ein Ende der Fassadenrestaurierung für das kommende
Jahr in Aussicht steht, blieben die Arbeiten im Inneren weitgehend auf
der Strecke. Eine schon vor 15 Jahren erarbeitete und im Landesamt für
Denkmalpflege vorliegende, umfangreiche Zielstellung für die Wiederherstellung
der Innenräume gibt diesbezüglich aber schon die wünschenswerte Grundrichtung
vor, benennt die Möglichkeiten und dokumentiert zugleich die vohandenen
Unterlagen ( Archivalien, Fotos u.s.w.)
Nachdem bereits zu DDR-Zeiten unter durchaus schwierigen Bedingungen
hoffnungsvolle Zeichen gesetzt wurden ( Beginn der 1992 vollendeten
Rekonstruktion des Deckenstucks in den drei mittleren Erdgeschoß-Sälen,
Herstellung einer Architekturachse des Festsaales als Rekonstruktionsprobe)
darf die sich bietende Chance der Vollendung des Wiederaufbaus im ursprünglichen
Sinne nicht ungenutzt bleiben. Die Rekonstruktion des Festsaalbereiches
unter Einbeziehung der noch vorhandenen originalen Reste wäre technisch
in jedem Falle möglich und der wahrhaft europäischen Bedeutung des Bauwerke
zweifellos angemessen. Sie sollte daher unbedingt erfolgen, und zwar
mit dem Ziel einer festlich-repräsentativen (Mehrzweck-)Nutzung! Unabhängig
davon ließe sich kurzfristig und mit einem verhältnismäßig geringen
Aufwand die bereits erwähnte Flucht der weitgehend fertiggestellten
Erdgeschoßsäle als fester Standort einer Präsentation sächsischer Barockskulptur
nutzen, die die weitere Verwendung dieser Räume für die unterschiedlichsten
Zwecke - wie bisher auch - keineswegs ausschließt. Damit könnte das
Haus schon im nächsten Jahr, wenigstens in den Sommermonaten der Öffentlichkeit
dauerhaft zugänglich gemacht werden. Das wäre mein Wunsch!
Guido Titze
Solo-Oboist der Dresdner Philharmonie, Leiter des Dresdner Barockorchesters
Das Palais im Großen Garten stellt durch den Zusammenklang von historischer
Bausubstanz und barocker Parkanlage ein besonders stimmungsvolles Ambiente
für ein Konzerterlebnis dar. Als Musiker und Organisator bemerke ich
eine zunehmende Sensibilität des Publikums für diese Rahmenbedingungen
einer Veranstaltung. Die Konzerte im Palais, an denen ich beteiligt
war, fanden jedenfalls immer eine außergewöhnliche Resonanz. Barockmusik
in Dresden heute an "Originalschauplätzen" zu erleben ist ja nicht so
einfach, obwohl auch hier die Angebote an historisch orientierter Aufführungspraxis
und Musik auf historischen Instrumenten sehr vielfältig sind. Wenn man
von der Kirchenmusik einmal absieht, so gibt es für die Vielfalt höfischer
Kammermusik kaum einen geeigneten weltlichen Rahmen: entsprechende Räume
wurden nach den Zerstörungen des Krieges entweder modernisiert wieder
aufgebaut, haben schlechte akustische Voraussetzungen oder dienen anderen,
meist musealen Zwecken. Das ist um so bedauerlicher, als man weithin
den Namen der Stadt Dresden mit einer Hochblüte des europäischen Barock
assoziiert: architektonische Meisterleistungen in Verbindung mit barocken
Kunstsammlungen ziehen Touristen aus aller Welt an. Wissenschaftler
und Künstler finden in den Archiven und Bibliotheken die Früchte einer
kaum vorstellbaren barocken Prachtentfaltung in Musik und Theater. Deshalb
sehe ich mit großer Freude, daß die Renovierung des Palais im Großen
Garten voranschreitet und hoffe auf die Möglichkeit, dort bald Konzerte
in historisch passender Architektur zu veranstalten.
Thomas Freier
Geschäftsführer des Software-Unternehmens Combase Informatic, Musiksponsor
Als Liebhaber klassischer Musik denke ich, dass durch eine museale Umnutzung
des Palais im Großen Garten eine wichtige kulturelle Chance unserer
Stadt vergeben wird. Kein anderer Standort in Dresden bietet ähnliche
Voraussetzungen. Als Haus für Feste und Musik erbaut, eröffnet es heute
besonders für Kammermusikaufführungen durch seine einmalige Akustik
und sein barockes Ambiente phantastische Möglichkeiten.
Reinhard Decker
Sänger im MDR-Chor, ehemals Mitglied der Dresdner Vocalisten, Initiator
der ersten Konzerte im Palais im Großen Garten 1991, Träger der Sächsischen
Verfassungsmedaille
Stellungnahme zur beabsichtigten Nutzung des PALAIS GROS-SER GARTEN
als Museum der Archäologischen Sammlungen
Als ich im Sommer des Jahres 1991 als Mitglied des "baubund sachsen
e.V." Freiheit und Dynamik des Aufbruchs nutzend das erste denkwürdige
Konzert nach der Zerstörung in der Baustelle des Palais Großer Garten
organisierte, ging es vor allem darum, ein Zeichen zu setzen für den
Wiederaufbau und die denkmalgerechte Nutzung des einzigartigen Bauwerkes.
Die "Aktion" wurde ein bedeutender Erfolg und so wurden daraus insgesamt
fünf Konzerte in den Jahren 91/92. Die Konzerteinnahmen der Benefizkonzerte
ergaben zusammen mit Spenden einen Erlös von reichlich 27000 DM. Dieser
Betrag wurde im Juni 1997 auf Empfehlung von Frau Hanstein-Mateika,
der damaligen Direktorin der Staatlichen Schlösserverwaltung, in den
Kauf des Gestühls investiert, welches seitdem den Besuchern von Konzerten
und anderen Veranstaltungen im Erdgeschoß des Palais zur Verfügung steht.
Außer diesem erfreulichen materiellen Erfolg der Konzertreihe war ein
baulicher noch wichtiger, nähmlich die Tatsache, daß durch ein umfangreiches
Medienecho die damals fragliche Weiterführung der inneren und äußeren
Wiederherstellung einen gewissen Schub bekam. Das Palais befand sich
noch in städtischer Verwaltung und man sah zunächst nicht die Notwendigkeit,
kommunale Mittel für die Weiterarbeit zur Verfügung zu stellen, in Anbetracht
der Tatsache des bevorstehenden Wechsels in die Zuständigkeit des Freistaates
Sachsens. Zumindest haben diese Veranstaltungen eine längere Unterbrechung
der Arbeiten verhindert. Das bestätigte mir auch Stadtrat Hermann Henke.
Mein damaliges Engagement geschah ehrenamtlich, ebenso wie jenes als
Gründungsmitglied der IG Weinbergkirche Pillnitz e.V. Mit der Rekonstruktion
der Pillnitzer Weinbergkirche bekam der Freistaat Sachsen ein Kleinod
baroker Baukunst wiedergeschenkt, welches als Raum für Konzerte, Gottesdienste,
Ausstellungen und Hochzeiten beispielgebend für eine dem Baudenkmal
entsprechende und zugleich zeitgemäße Nutzung großen öffentlichen Zuspruch
findet.
Unbegreiflich erscheint mir die laut Gerüchten offensichtlich schon
weit gediehene Überlegung auf ministerieller Ebene, entgegen allen Gutachten
und Stellungnahmen der Dresdner Fachschaft, das Palais als Archäologie-Museum
nutzen zu wollen! Eine Sammlung, die ohnehin unter den Dresdner Sammlungen
nicht unbedingt zu den Rennern zählt, ausgerechnet in ein Bauwerk dieser
architekturgeschichtlichen Bedeutung zu verlegen und damit die innere
Raumwirkung des Palais für alle Zeiten zu zerstören, kommt für meine
Begriffe einer Kulturbarbarei gleich. Ein Archäologie-Museum bedarf
keiner barocken Hülle. Aber das Palais bedarf eines adäquanten Inneren,
so wie es bereits in der Erdgeschoßzone mit großem Aufwand und Sachverstand
entstanden ist. Die gegenwärtig noch laufenden Rekonstruktionsarbeiten
an der Außenseite stehen bald vor dem Abschluß. Die vom Finanzministerium
dafür reichlich zur Verfügung gestellten Mittel wären m.E. fehlinvestiert,
solte die unter Ausschluß der Öffentlichkeit gestellten Entscheidung
realisiert werden. Gefordert ist deshalb eine fachliche und politische
Diskussion über die zukünftige Nutzung nach demokratischen Spielregeln.
Dr. theol. Karl-Ludwig Hoch
em. Pfarrer, Kunstgeschichtler, Träger des Sächsischen Verdienstordens
Das Schönste und Wichtigste am Palais im Großen Garten war
der herrliche Festsaal. Die anderen Dresdner Palais konnten "nur" als
Hülle moderner Räume aufgebaut werden: Taschenbergpalais, Coselpalais,
Gewandhaushotel, wohl auch Kurländerpalais. Aber das Palais im Großen
Garten ist - genau wie die Semperoper - ein Gesamtkunstwerk. Der Festsaal
ist ein frühbarockes Unikat. Und es wäre der einzige wieder restaurierte
Festsaal der Stadt! Darum darf es nicht zu übereilten Fehlentscheidungen
kommen. "Gut Ding will Weile haben". Lieber freuen sich unsere Urenkel,
als daß sich Kinder und Enkel über eine verpasste Chance ärgern!
Prof. Elisabeth Wilke
Kammersängerin an der Sächsische Staatsoper Dresden, Professorin am
Mozarteum in Salzburg und in Dresden
Das einmalige Ambiente, die zentrale wunderschöne Lage und die hervorragenden
akustischen Gegebenheiten im Hauptgeschoß des Palais im Großen Garten,
könnten endlich den so lange schmerzlich vermißten Rahmen schaffen,
der großen Konzerttradition, gerade auch im kammermusikalischen Bereich,
im internationalen Maßstab einer Kulturmetropole und "Barockstadt Dresden"
gerecht zu werden.
Kathrin Reeckmann
Volontärin im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Das Palais im Großen Garten wurde ab ca. 1676 vom sächsischen Oberlandbaumeister
Johann Georg Starcke für den damaligen Kurprinzen Johann Georg III.
erbaut. Einziger Zweck des Gebäudes war es, als Lusthaus für die Festlichkeiten
des Dresdner Hofes zu dienen. Als sich die Mode bei Hofe geändert hatte
und die Schlösser der näheren Umgebung bevorzugt wurden, kamen im Erdgeschoß
des Palais die antiken Statuen aus dem Besitz Kurfürst Augusts des Starken
zur Aufstellung.
Das Palais im Großen Garten ist ein kunsthistorisch überaus bedeutender
Bau. Als eines der ersten Bauwerke in den deutschen Territorien überhaupt
wurde es von einem deutschen Architekten in den Formen des Barock erbaut
und markiert damit den Anschluß an die internationale Kunstentwicklung
nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. Für die Kulturgeschichte
Dresdens ist das Palais von exemplarischer Bedeutung. Im Verein mit
dem Stallhof am Schloß (1586/90) und dem Zwinger (1709/19) dokumentiert
es die typisch sächsische Tradition des Hoffestes, das zur Repräsentation
von Wohlstand und Macht des Kurhauses diente. Daß man dafür aufwendige
Bauten aus Stein errichtete, war im Heiligen Römischen Reich Deutscher
Nation einmalig.
Nachdem das Palais nach seiner Zerstörung über vierzig Jahre hinweg
erhalten und in den letzten Jahren auch restauriert werden konnte, stellt
sich nun die Frage nach seiner Nutzung. Um dieses einmalige Zeugnis
der Barockzeit in seiner Schönheit und Funktion erleben zu können, ist
ein außerordentlich schonender Umgang mit der Bausubstanz erforderlich.
Dazu gehört vor allem, daß der Festsaal in seiner Räumlichkeit nicht
zerstört wird. Auch wenn zur Zeit eine Rekonstruktion nicht möglich
ist, sollte der Gesamteindruck nicht zerstört und die Möglichkeit einer
späteren Wiederherstellung nicht verschenkt werden. Für das Palais wünschenswert
wäre eine Nutzung etwa als Ort für Festlichkeiten und als Aufstellungsort
für Barockplastik, die in Dresden schon lange eine Heimat sucht.
Franz Demmler
Mitinhaber und Geschäftsführer der Sächsischen Tonträger Dresden
Es gab Zeiten, als der Aufdruck "Lukaskirche Dresden" auf dem Cover
von LP oder CD für den Kenner der Szene musikalische Qualität und perfekte
Akustik symbolisierten, und zwar weltweit. Weltfirmen wie EMI, SONY,
TELDEC und nicht zu vergessen ETERNA zu DDR-Zeiten wußten dies immer
zu schätzen. Von diesem legendären Ruf ist nicht viel geblieben. Seit
dem Wegfall der absenkbaren Decke und anderer Maßnahmen, die, wie man
sagt, dem kirchlichen Charakter widersprechen, ist die Lukaskirche leider
nur noch Mittelmaß. Diese Lücke könnte durch das Palais im Großen Garten
geschlossen werden, nachdem Probeaufnahmen und erste CD-Produktionen
die akustische Ausnahmestellung dieses Raumes nachgewiesen haben. Der
frühere Chefproduzent von ETERNA, Eberhard Geiger, war begeistert. Dieser
Raum wäre dem künstlerischen Rang der Dresdner Klangkörper angemessen.
Hans-Volker Mixsa
Metallgestalter, Mitglied im Sächsischen Künstlerbund e.V.
Wie könnte die Mitte des Großen Gartens von anderem erfüllt sein,
als von der heiteren Weite, dem Zauber, den die Kunst, die Musik gerade
hier zu schaffen vermag. Der Park, darin das Palais als Ort der Kunst
- wie könnten wir eine so ideale Konstellation ignorieren?
LKMD Gerald Stier
Kantor, Sächsischer Landeskirchenmusikdirektor, Kultursenator
Der Wiederaufbau des Palais im Großen Garten begeistert mich beim
Spaziergang um das Gebäude immer auf's Neue. Mit großer Freude habe
ich die Ausstellungsräume im Erdgeschoss kennengelernt. Die Idee, einen
Kammermusiksaal zu instalieren, finde ich großartig. Dresden und die
hier wirkenden Musiker brauchen diesen Raum. Alle dafür zuständigen
Institutionen sollten sich für die Verwirk-lichung diesen Planes mit
allen Kräften dafür einsetzen. Ich werde mich im Kultursenat des Freistaates
Sachsen um Unterstützung bemühen.
Die Beiträge (sollte es geringfügige Übertragungsfehler geben, oder
die Titel sowie Tätigkeitsbeschreibungen der einzelnen Beitragenden
nicht ganz fehlerfrei sein, dann trage ich persönlich dafür die Verantwortung)
sind nach dem Datum ihres Eintreffens geordnet. Ich bitte um wohlwollende
Behandlung des Themas .
Mit freundlichen Grüßen
Günter Voigt
Zusatzinformation:
Winfried Werner
Das Palais im Großen Garten zu Dresden
Der Gedanke, ein Gebäude zu errichten, das lediglich den sommerlichen
Vergnügungen des Hotes gewidmet sein sollte und keinerlei Anspruch erhob,
Wohnzwecken zu dienen, erfüllte sich im Palais des Großen Gartens in
großartiger Weise. Es entstand zu einem Zeitpunkt, als die schlimmsten
Folgen des Dreißigjährigen Krieges bereits überwunden waren und sich
in Deutschland wieder ein deutlicher Aufschwung in der Baukunst vollzog.
Damals begannen die einheimischen Architekten diejenigen Bauformen,
welche das übrige Europa im Verlaufe des 16. und 17. Jahrhunderts geschaffen
hatte, in ihr Repertoire zu übernehmen. Bereits am Anfang des 18. Jahrhunderts
zeigten sie sich voll mit ihnen vertraut und reif, sie selbständig zu
gebrauchen. In den Jahrzehnten des Übergangs entstanden, zeugt gerade
das Dresdner Palais im Großen Garten besonders eindrücklich vom Ringen
um die Bewältigung der monumentalen Formenwelt des europäischen Barock.
Mit seinem alle Fassaden überziehenden skulpturalen Schmuck von Jeremias
und Conrad Max Süßner, Abraham Conrad Buchau, Marcus Conrad Dietze und
George Heermann, den Deckengemälden von Samuel Bottschildt und Heinrich
Christoph Fehling, den ersten Kunstmarmorarbeiten in Sachsen und dem
zum Teil bereits manufakturmäßig hergestellten Stuckornamentwerk der
Innenräume repräsentiert sich dieses Bauwerk künstlerisch und technologisch
als eine Schöpfung von höchstem Rang. Damit auch seine zumeist bescheidenen
Vorläufer bezüglich der Dresdner Garten- und Lusthäuser weit überragend,
bildet es zugleich den eigentlichen Auftakt zur sächsischen Barockarchitektur
des frühen 18. Jahrhunderts. In dem von ihm bearbeiteten Inventar der
Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen formulierte Cornelius
Gurlitt vor annähernd 100 Jahren den Satz: "Der Bau des Palais sowie
des ganzen Großen Gartens bietet einen der unklarsten Teile der Dresdner
Kunstgeschichte." Als vornehmlichen Grund für diesen Umstand beklagte
er das gänzliche Fehlen von Archivalien, insbesondere von Plänen und
Rechnungen, die Aufschluß über den Baufortgang sowie die an Planung
und Ausführung beteiligten Künstler geben könnten. Seither bemühten
sich Architekten und Kunsthistoriker gleichermaßen darum, Licht in das
Dunkel zu bringen, was freilich - nicht zuletzt wegen der unzureichend
vorhandenen schriftlichen Quellen - nur zum Teil gelungen ist. Obwohl
also nach wie vor viele Fragen ungeklärt sind, können mittlerweile aber
doch einige grundlegende Aussagen getroffen werden.
Entstehungsgeschichte von Garten
und Palais
Die besondere Schönheit des Großen Gartens beruht heute auf dem Gleichklang
des Palais mit seinen Kavalierhäusern und einer auf entsprechende Vorstellungen
des 19. Jahrhunderts zurückgehenden Landschaftsgestaltung, die zwar
einerseits - insbesondere im Kernbereich - die vorgegebene barocke Form
respektiert, andererseits aber durch ihre lockere, malerischromantische
Gliederung der Flächen sowie die reizvollen Überschneidungen von Baumkulissen
mit der Architektur zur Wirkung gelangt. Die alten Gartenpläne des 17.
Jahrhunderts zeigen hingegen, daß die Einheit der Anlage des Großen
Gartens zunächst in einem ganz anderen Sinne gewollt war: gartenarchitektonisch,
körperlich empfunden und auf der Basis einer strengen Geometrie sowohl
klar als auch symmetrisch strukturiert. Damit spiegelt sich in der Geschichte
des Großen Gartens zugleich ein Stück Entwicklung der Gartenkunst überhaupt
wider, nämlich von der eher handwerklichen Auffassung der Tätigkeit
des Gärtners mit der Gartenteilung in Ziergärten und Nutzgärten/Küchen-
bzw. Obstgärten) über die großartige Umsetzung einer gestalterischen
Idee in der barocken Anlage mit ihrer reichen Ausschmückung bis hin
zu den Veränderungen und Erweiterungen des 19. Jahrhunderts, die wohl
den bestehenden Grundcharakter beibehielten, in den neu hinzugewonnenen
Bereichen aber Elemente des Landschaftsgartens einbrachten. Die Frage,
warum der Große Garten und das Palais gerade an dieser Stelle errichtet
wurden, berührt die Geschichte der Lustgärten am kurfürstlichen Hofe.
Wie auch in anderen Städten genügten die Freiflächen innerhalb Dresdens
bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg zum Anlegen von Gärten nicht mehr.
Das am Ende des 16. Jahrhunderts auf der Neuen Bastei von Giovanni Maria
Nosseni errichtete Lusthaus spiegelt die noch unerfüllte Sehnsucht wider,
aus den Stadtmauern heraus mit der Weite der Landschaft in Verbindung
zu treten. Seither waren im Süden und Westen Dresdens noch zahlreiche
weitere Gärten entstanden, so der Herzogin Garten, der Italienische
Garten oder auch der Lange Garten des Kammerjunkers von Rechenberg an
der Bürgerwiese. Für eine ausgedehnte und erweiterungsfähige Anlage
stand somit in nicht allzu weiter Entfernung vom Stadtkern nur noch
das heutige Gelände des Großen Gartens zur Verfügung. Von den ersten
nachweisbaren Planungen an war jedoch nicht an einen kleinen Zierund
Lustgarten gedacht, sondern an eine in beträchtliche Dimensionen gesteigerte
Fläche. Im Jahre 1676 begannen die Ankäufe von Flurstücken für die Neuanlage
im Gelände zwischen Strehlen, Gruna und der Pirnaischen Vorstadt. Damals
entstand das sogenannte erste Quadrat, das Mittelfeld des Großen Gartens,
in einer Größe von 700 x 700 Ellen (die Elle maß in Sachsen 0,5664 m).
Ein aus derselben Zeit stammender Plan des Hofgärtners Martin Göttler
zeigt einen ebenfalls quadratischen Gartengrundriß mit orthogonal und
diagonal geführten Alleen, in deren Schnittpunkt das Palais bereits
eingetragen ist. In gestalterischer Hinsicht folgt er noch älteren Vorstellungen,
die ein Jahrhundert zuvor entwickelt worden waren und sich im Verlaufe
des 17. Jahrhunderts verbreitet hatten. Der entscheidende Unterschied
zu jenen Vorbildern lag daher vor allem in der veränderten Größenordnung.
So erfolgten bis 1687 nach und nach Feldankäufe für insgesamt vier ineinandergefügte
Quadrate, deren äußeres eine Seitenlänge von immerhin 3300 Ellen aufwies.
Planänderungen führten aber schließlich dazu, daß die meisten Felder
im vierten Quadrat bis 1693 an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben
und nur je zwei schmale Streifen zu beiden Seiten des westlichen und
östlichen Teiles der Hauptallee zum Gartenausbau behalten wurden. Damit
war die künftige Grundform der Anlage gefunden, wie sie schon zehn Jahre
früher von Johann Friedrich Karcher vorgeschlagen worden war. So ist
denn auch Karcher, der den Großen Garten bereits seit 1683 vor allem
nach französischen Vorbildern umgestaltete und erweiterte, als dessen
eigentlicher Schöpfer anzusehen. Beinahe zeitgleich mit der Gartenanlage
begann man 1678 mit der Errichtung des Lustschlosses, welches 1683 zumindest
im Rohbau vollendet gewesen sein muß. Der Baubeginn fällt damit noch
in die Regierungszeit des Kurfürsten Johann Georg IL; Palais und Garten
gehen aber nicht auf ihn zurück, sondern auf den damaligen Kurprinzen
und späteren Kurfürsten Johann Georg IIL, der als der eigentliche Initiator
anzusehen ist. Überlieferung und Aktenmaterial weisen eindeutig auf
den Oberlandbaumeister Johann Georg Starcke als ausführenden Architekten.
Wohl um sie dem Fürsten vor Baubeginn vorzustellen, war es am sächsischen
Hofe über lange Zeit hinweg üblich, von größeren Architekturwerken Holzmodelle
anzufertigen. So fand sich zwischen den beiden Weltkriegen in Dresdner
Privatbesitz auch das Modell zum Palais im Großen Garten wieder, welches
dann 1945 zusammen mit den anderen Beständen des Altertums-museums verbrannte.
Gegenüber der Ausführung zeigte es nur geringe Abweichungen, was dafür
spricht, daß nicht mehrere Bauperioden anzunehmen sind. Auch eine im
Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden aufbewahrte, wahrscheinlich noch
vor Fertigstellung des Palais entstandene Fassadenansicht, die Walter
Bachmann als Originalplan Starckes zitiert, läßt diesen Schluß zu. Da
aber die eigentlichen Bauakten fehlen, läßt sich der Verlauf des Baugeschehens
selbst nur bruchstückhaft nachvollziehen. Das Sockelgeschoß wurde in
den Jahren 1679 und 1680 errichtet, wofür die Datierungen über den Nebenportalen
der West- und Ostseite sprechen. 1683 erfolgte die Lieferung von 300
Bund Schilfrohr aus Lobositz in Böhmen, die man für die Stukkaturarbeiten
benötigte - ein Hinweis darauf, daß sich das Gebäude seinerzeit schon
unter Dach befand. Trotzdem ist ein Rechnungsbetrag über 800 Taler für
Kupferblech zur Eindeckung erst 1685 beglichen worden. Der prachtvolle
Innenausbau zog sich dann wohl über einige Jahre hin. Noch 1692 haben
die Hofmaler Bottschildt und Fehling Restgelder für die im Palais ausgeführten
Gemälde zu bekommen. Bis 1691, dem Todesjahr Johann Georgs IIL, werden
die Arbeiten allerdings zum Abschluß gelangt sein, zumal das Bauwerk
nur dessen Initialen trägt.
Nutzungsgeschichte
Nach kurzzeitiger Stagnation erfolgte die weitere Ausgestaltung des
Großen Gartens gemäß der Planung Johann Friedrich Karchers wieder verstärkt
unter Friedrich August L, der 1695 eine entsprechende Anweisung gegeben
hatte. Nachdem zunächst die stadtseitigen Parterre- und Boskettanlagen
entstanden waren, trat Karcher 1714 eine Studienreise nach Frankreich
an, in deren Folge ab 1715 das Bassin mit den begleitenden Bosketts
sowie das Grabenparterre um das Palais geschaffen wurden. Bis 1719,
dem Jahr der Hochzeitsfeierlichkeiten anläßlich der Vermählung des Kurprinzen
Friedrich August II. mit Maria Josepha von Habsburg, kam es u. a. mit
der Anlage von Labyrinth und Naturtheater zur Vervollständigung des
bisher schon Vorhandenen, wozu auch die allseitig das Zentrum umgebenden
sternförmig gegliederten Fasanengehege (Remisen) beitrugen. Nach Entfernung
des vor dem Palais befindlichen stadtseitigen Parterres ließ sich die
so entstandene Platzfläche sogar für höfische Spiele nutzen. All die
genannten Veränderungen, durch Festarchitekturen wie den prachtvollen
Venustempel am Scheitelpunkt des Teiches noch ergänzt, legten natürlich
auch Umbauprojekte für das Palais nahe. Diese sind aber nicht mehr verwirklicht
worden, vielmehr diente das Gebäude - entgegen seiner eigentlichen Bestimmung
- sehr bald schon musealen Zwecken. Als Ende 1729 die aus der Sammlung
Chigi in Rom erworbenen antiken Skulpturen in Dresden eintrafen, ließ
sie der König in den Räumen des Palais aufstellen, wo sie bis 1747 verblieben.
In den nun folgenden Jahrzehnten verlor sich das höfische Interesse
am Großen Garten immer mehr. Die Verwüstungen desselben bei den Kämpfen
im Siebenjährigen Krieg haben dazu wohl nicht unerheblich beigetragen.
Während der Befreiungskriege kam es erneut zu Zerstörungen, so daß die
Möglichkeit einer kontinuierlicheren Nutzung zunächst nicht absehbar
erschien. Ein entscheidender Schritt aus dem Schattendasein heraus war
es in dieser Situation, die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich zu
machen, was auf Veranlassung des russischen Generalgouverneurs Nikolai
Fürst Repnin-Wolkonski im Jahre 1813 geschah. Die alsbald gegründete
"Kommission zur Wiederherstellung des Großen Gartens" leitete Maßnahmen
zur Instandsetzung ein. Auch für das Palaisgebäude bot sich damit wieder
eine Perspektive. Von einer Gartenbaugesellschaft wurden ab 1828 zunächst
einmal einige Räume als Depot verwendet. Im Festsaal hielt das Ernst-Rietschel-Museum
Einzug; die Arbeiten des Bildhauers zeigte man dort bis 1889. Seit dem
Jahre 1844 waren außerdem noch die Sammlungen des Altertumsvereins im
Hause untergebracht - zunächst nur im Erdgeschoß, ab 1890 auch in den
Hauptgeschoßräumen. Die zumeist aus kirchlichem Besitz stammenden Gegenstände
des so entstandenen Museums verblieben in der Hauptsache bis 1945 an
diesem Ort, wo sie den Luftangriffen auf Dresden mit zum Opfer fielen;
nur wenige vorher zurückgegebene bzw. ausgelagerte Stücke entgingen
der Vernichtung.
Baubeschreibung
Äußeres: Das Palais im Großen Garten vereinigt in sich den Typus
des Lusthauses mit den neuen, in Frankreich entstandenen Formen des
Schloßbaus. Diese wurden von Starcke aufgegriffen, nachdem er 1672 (also
wenige Jahre vor Baubeginn) den Westen Europas bereist hatte. Obwohl
die Vorbildwirkung offensichtlich ist, handelt es sich doch keineswegs
um eine bloße Kopie, vielmehr läßt sich aus den vorgenommenen Änderungen
sehr deutlich das selbständige Stilgefühl des deutschen Architekten
ablesen. So ordnete er beispielsweise die in vielen französischen Schloßbauten
des frühen 17. Jahrhunderts dominierenden Ecktürme im Außenbau der vereinheitlichenden
neuen Fassadenbildung unter. Andererseits hat die Plastizität der Wand
deutlich zugenommen. Gliederung und Bauornamentik verkörpern dabei einen
Formenschatz, der wiederum Einflüsse oberitalienischer Architektur vermuten
läßt. Bereits die Schule Cornelius Gurlitts glaubte hier Eindrücke genuesischer
Palastarchitektur verarbeitet zu finden, und auch Georg Dehio hat sich
dieser Meinung angeschlossen. Hinsichtlich des einfachen, H-förmigen
Grundrisses mit Mitteltrakt und seitlichen Flügeln bieten nicht zuletzt
einige Villenbauten der italienischen Renaissance durchaus Vergleichbares.
Im Schnittpunkt der zwei Hauptalleen des Großen Gartens gelegen, befindet
sich das Gebäude damit zugleich in dessen Mittelpunkt, wodurch es in
den Achsen des Parks jeweils voll sichtbar ist. Insbesondere das von
den Kavalierhäusern umgebene Parterre westlich und der Teich östlich
des Palais werden von dessen architektonischer Wirkung bestimmt. Sein
dreigeschossiger Aufriß ist gegliedert in ein verhältnismäßig hohes,
rustiziertes Erdgeschoß, das Hauptgeschoß und ein darüber befindliches,
als Mezzanin bezeichnetes Halbgeschoß. Gemäß der Oberflächenbehandlung
der Sandsteinquader versteht sich ersteres als Sockel, wofür auch die
dunklere Farbigkeit des hier verwendeten Steinmaterials spricht. Ihm
entspricht die toskanische Ordnung der die Mittelachse rahmenden Säulenpaare,
während diejenigen des Hauptgeschosses in ionischer Ordnung angelegt
wurden. Die gewölbten Erdgeschoßräume sind im Sinne italienischer Vorbilder
unmittelbar vom Park aus zugänglich. Dem Charakter des Gartenschlosses
entsprechen auch die Freitreppenanlagen an der Ost- und Westseite, welche
als doppelläufige Treppen unter zweimaliger Wendung in die beiden Hauptfronten
eingefügt sind. Sie führen zum ersten Obergeschoß hinauf, wo sich im
Bereich der Mittelrisalite die Haupteingänge zu den Festräumen befinden.
Die Eigentümlichkeit des Grundrisses läßt zwei jeweils dreiteilige Frontenpaare
entstehen, von denen die der Ost- und Westseite eindeutig herausgehoben
sind. Eine straffe Zusammenfassung des Baues in seinen Vertikalen erfolgt
hier durch die kräftig ausgebildeten, mit Segmentbogengiebel abgeschlossenen
Mittelrisalite und die sie flankierenden, gleich Eckpavillons weit vorgezogenen
Seitentrakte; an der Nord- und Südseite geschieht dies dagegen allein
vermittels der flachen mittleren Risalite mit ihrem Dreieckgiebel. Entsprechend
der Kontrastwirkung der einzelnen Bauteile ist auch die dreigeschossige
Aufrißgestaltung varüert. So werden die Mittelrisalite der bevorzugten
Hauptfronten nach Westen und Osten durch die vorgestellten Doppelsäulenpaare
gegenüber den flach gehaltenen seitlichen Kopfbauten besonders hervorgehoben,
während die Risalite der Seitenfronten mit ihrer flächigen Pilastergliederung
stärker in die Gesamtgestalt eingebunden bleiben. Die über dem Mezzaningeschoß
ansetzenden flachen Walmdächer sind in Kupfer gedeckt und an den Stirnseiten
der Flügelbauten durch massive, lukarnenartig aufgesetzte Stichbogenfenster
mit seitlichen Voluten belebt, deren oberer Abschluß jeweils von einer
Kartusche bekrönt ist, welche den Kurhut trägt. Zur weiteren Dachgliederung
tragen kleinere Gaupen mit Stichbogenfenstern sowie der als durchbrochene
Balustrade ausgebildete Firstkamm mit kräftigen Eckabschlüssen (Schornsteine)
über dem Mittelbau und je zwei Pinienfruchtpokale auf den Seitenflügeln
bei. Das Dach trug in der Barockzeit nachweislich einen blauen Anstrich,
während die Zieraten vergoldet waren.
Sämtliche Fassaden des Palais sind in Elbsandstein ausgeführt
und mit reichem plastischen Schmuck versehen, dabei einen üppigen vegetabilen
Flächendekor mit dem aufwendigen Figurenprogramm verbindend. Im Gegensatz
zur wuchtigen Schwere des gesamten Baukörpers tragen Einzelheiten schon
die Züge einer in das 18. Jahrhundert weisenden Auffassung, was vor
allem für die Ornamentik zutrifft, die der Belebung und malerischen
Auflockerung der Oberflächen dient. Während am Mittelbau die geschlossene
Wandmasse vorherrscht, zu deren Wirkung noch die kräftige Plastizität
der Fensterrahmungen tritt, sind die Wände der seitlichen Flügel zwischen
den Fenstern durch eingetiefte oder aufgelegte Felder bzw. Platten aufgeteilt,
die saftig - volle pflanzliche Ornamentgehänge tragen. Naturalistisch
verselbständigt und in praller Fülle erscheinen die Formen eher lösbar
vom Mauergrund, nicht mit diesem zu einem flächigen Spiel verbunden.
"Sie sind dem Bau in aller Naturwahrheit hinzugefügt", so daß er "wie
eine zu Stein gewordene Holzarchitektur wirkt, die man geschmückt hat"
(Heinrich Gerhard Franz). Aus diesem Geiste der Festarchitektur heraus
entstanden ist wohl der Aufbau, vor allem an den Seitenflügeln, zu denken.
Auch in der Folgezeit des Dresdner Barock erscheint diese Art Dekoration
immer wieder, denken wir nur an Pöppelmanns Taschenbergpalais oder die
Galeriearkaden des Zwingers, wo jeweils eine renaissancemäßig schlichte
Architektur mit vollplastischen naturalistischen Blattbändern "behängt"
ist.
Was das Skulpturenprogramm anbetrifft, so dominieren in den Seitenfronten
des Sockelgeschosses und in den Mittelrisaliten des ersten Obergeschosses
die in Nischen gestellten, überlebensgroßen Vollfiguren ausSandstein,
im Mezzaningeschoß hingegen die Büsten aus gleichem Material. Die Themen
bleiben dabei im wesentlichen der Antike verpflichtet. Eine konkrete
Zuschreibung der Werke an einzelne Künstler erweist sich als schwierig
und kann nur anhand stilistischer Merkmale erfolgen. Die vier Statuen
des Parisurteils in den Sockelgeschoßnischen der Nord- und Südseite
(Minerva und Juno bzw. Venus und Parisl, mit denen moralisierend die
Tragweite menschlicher Entscheidungen betont wird, gelten als Werke
George Heermanns. Auch die Masken über den Portalen werden ihm zugeschrieben.
Dem Gedanken des römischen Imperiums als Vorbild eines geordneten Staatswesens
entsprechen die zwölf Cäsarenbüsten und die Bildnisse der vier Kaiserinnen
in den Nischen des Mezzaningeschosses, die wohl von Jeremias Süßner
gefertigt wurden. Das Thema der Götterversammlung in ihrer Bedeutung
für die einzelnen Bereiche menschlichen Wirkens klingt in den Figuren
der Mittelrisalite beider Hauptschauseiten an. Die diese Risalite abschließenden
Segmentbogengiebel huldigen der kursächsischen Dynastie, welche durch
das jeweils darin enthaltene Wappen der Wettiner mit dem darüber befindlichen
Kurhut repräsentiert wird. In dem vermutlich auf Conrad Max Süßner zurückgehenden
stadtseitigen Giebelfeld kreuzt Athena die Kurschwerter, und eine weitere
weibliche Gestalt legt den Rautenkranz auf das Wappenschild. Apoll mit
der Lyra und Putten, die Lorbeersträuße herbeitragen, schmücken das
Thema der Glorifikation weiter aus. Der Sinn des teichseitigen Giebels
ist im gleichen Bereich zu suchen - die Personifikationen von Neid,
Geiz, Zwietracht, Habgier sowie anderen Lastern können dem Glanz und
der Hoheit Kursachsens nichts anhaben. Darüber hinaus feiern die Darstellungen
in den dreieckigen Giebeln der Nord- und Südseite den sinnbildlich in
der Ligatur des Monogramms JG3C vertretenen Bauherrn und regierenden
Fürsten. Kriegerische und wissenschaftliche Attribute umgeben dessen
Initialen, Genien des Ruhmes verherrlichen sowohl sein Wirken als auch
seine Verdienste. Auf den Giebeln stehen, beiderseits von Sandsteinvasen
flankiert, die Figuren der vier Jahreszeiten: im Süden der Frühling,
im Osten der Sommer, ihm gegenüber der Herbst und im Norden der Winter.
Inneres: Das Vestibül im Erdgeschoß des Mitteltrakts ist eine
durch Pfeiler in 2 x 5 Joche unterteilte, kreuzgewölbte Halle. Der im
Obergeschoß befindliche Festsaal schließt in seiner Ausdehnung die Mezzaninhöhe
ein. Seitlich setzen auf beiden Geschoßebenen jeweils drei Räume an,
zu deren mittlerem der Saal an seinen Schmalseiten in drei Arkaden geöffnet
ist. Die insgesamt sehr prachtvolle Ausstattung fiel der Zerstörung
weitestgehend zum Opfer. Der fast vollständig vernichtete Hauptsaal
besaß eine überaus reiche und festliche Architektur. Auf hohen Postamenten
vorgestellte, korinthische Säulen gliederten die Wände und trugen das
schwere, verkröpfte Gebälk. An den Längsseiten kam es jeweils in der
Saalmitte zur Umkehrung des Motivs der Portikus-Aedikula des Außenbaus
vermittels einer gestaffelten, doppelten Säulenstellung und Figurennischen.
Eine hohe, von den Stichkappen der Mezzaninfenster unterbrochene Voute
führte bis an den die drei großen Plafondgemälde Samuel Bottschildts
rahmenden Akanthusfries heran.
Insgesamt war die Architektur des Saales ehemals von kräftigem Stuck
bedeckt, bestehend aus Ranken-, Laub-, Frucht- und Tuchgehängen, Eckblättern,
Kartuschen und wappenhaltenden Putten. Dieser außergewöhnliche Formenreichtum
gab, in Verbindung mit der Deckenmalerei und den Statuen seitlich der
beiden Haupteingänge, dem Raum einen ganz besonderen festlichen Glanz
und übertraf in seiner aufeinander bezogenen Anordnung die in sich konzentrierten
Akanthusranken, Zweiggebinde und Rosetten im Sockelgeschoß. Die nach
1683 bis etwa 1690 entstandenen Stukkaturen gehören der italienischen
Schule an, allerdings sind die Namen der Stukkateure urkundlich nicht
nachzuweisen. Die Dienste wandernder Künstler fremder Herkunft, insbesondere
aus Italien, wurden damals oft und gern in Anspruch genommen, so in
Österreich oder im süddeutschen Raum, aber auch in anderen, weiter entfernt
liegenden Gegenden war dies der Fall. Nicht zuletzt lebten in jener
Zeit viele italienische Künstler in Dresden. Im Jahre 1685 waren u.
a. Giacomo Botta de Merebillia et Compagnie in der Stadt tätig, von
wo aus sie Entwürfe nach Leipzig für die dortige Börse sandten. Sie
könnten natürlich bei der Ausstattung des Palais im Großen Garten beteiligt
gewesen sein, wobei hier sicher verschiedene Künstler zusammengearbeitet
haben. So zeigten die Stukkaturen des Hauptsaales schon wieder einen
anderen Charakter als diejenigen der sich unmittelbar daran anschließenden
Nebensäle. Dasselbe trifft für die beiden seitlichen Langsäle im Erdgeschoß
zu. Hier konnten sogar anhand der noch vorhandenen Reste originaler
Substanz unterschiedliche "Handschriften" festgestellt werden, was ebenfalls
auf das gleichzeitige Tätigsein mehrerer Stukkateure schließen läßt.
Vor allem in der Stuckdekoration des Festsaales machte sich erstmals
auch französischer Einfluß bemerkbar, der sich in fein gezacktem Akanthus,
durchsetzt mit Eichenlaubgewinden, Rosen, Trauben, jagenden Tieren,
Putten und Fratzen, als sogenanntes "französisches Laubwerk" bekundete.
Rudolf Plaul spricht hier von "jener eigenartigen Mischung der italienischdeutschen
Richtung mit den neuen französischen Elementen", eine Ansicht, die von
Fritz Löffler ebenfalls vertreten wird. Wie in der gleichzeitig entstandenen
Leipziger Börse nahmen die bereits erwähnten dekorativen Gemälde Samuel
Bottschildts den größten Teil der Deckenfläche ein. In verhältnismäßig
dunklen Tönen gehalten, bildeten sie als Flächen- und Farbwert einen
wirkungsvollen Kontrast zu den weißen Stukkaturen auf rosafarbenem Grund.
Eine diesbezügliche Steigerung bewirkte noch ein um den gemeinsamen
Rahmen dieser drei Bilder herumgeführter, reich ornamentierter Streifen,
dessen Grund aus einem Goldmosaik bestand, von demsich die Stuckakanthusranken,
Fruchtpokale, Hermen und Greife besonders gut abhoben. Die Vergoldung
entspricht dabei einem durchaus plastischdekorativen Gefühl, dem die
körperliche Klarheit Grundbedingung für den künstlerischen Genuß ist.
Was den Inhalt der Malereien anbetrifft, so stellte das große,
mittlere Deckenbild mit der Apotheose Johann Georg III. eine Verherrlichung
Kursachsens und seines Herrschers dar. Putten bewegten Monogramm und
Kurhut durch die Lüfte, während der Regent, von strahlendem Licht umgeben,
als jugendlicher Gott in weißer Idealgewandung auf den Wolken thronte,
in der erhobenen Rechten ein Schwert haltend. Im schwebenden Rautenkranz
kreuzte Athena die Kurschwerter, damit an das sächsische Wappen erinnernd.
Den Ruhm des Fürsten verbreiteten Putten mit ihren Musikinstrumenten,
von seinen Tugenden kündeten die allegorischen Gestalten der Stärke,
Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Klugheit, des Überflusses usw. Die Personifikation
der Architektur wies das Abbild des Palais vor, als dessen Erbauer der
Kurfürst somit zugleich gerühmt wurde. Die beiden kleineren Deckengemälde,
Merkur und Flora sowie Diana mit Gefolge, setzten diese Sinngebung fort.
Handel, Fruchtbarkeit in Feld und Garten wie auch der Wildreichtum zeichneten
das Land aus. Darüber hinaus wurde der Jagd als einer Form aristokratischer
Beschäftigung dieser Ehrenplatz eingeräumt (noch bis in die Mitte des
18. Jahrhunderts hinein hielt man Fasanen und Hasen im Großen Garten~.
Die Jeremias Süßner zugeschriebenen weiblichen Gewandfiguren in den
die Eingänge flankierenden Nischen könnten ergänzend als Begleiterinnen
der Ceres oder Flora verstanden werden, die mit sommerlichen Früchten
und Blumen die Segnungen gedeihender Pflanzen darstellten. Noch je ein
annähernd rundes Ölgemälde befand sich in den Achsen über dem Hauptsims:
auf der Ostseite Venus und Adonis, gegenüber Amor und Psyche, im Norden
Juno mit dem Pfau und wiederum gegenüber der Raub der Proserpina. Auch
diese, in tiefen, etwas harten Farben und mit starken Beleuchtungseffekten
gemalten Bilder stammten von Samuel Bottschildt, im Gegensatz zu den
Deckengemälden waren sie aber nicht bezeichnet. Bei weiteren Rundbildern
über den Fenstern handelte es sich um Damenporträts unterschiedlicher
Qualität, deren Schöpfer nicht eindeutig benannt werden können. In den
angrenzenden Räumen des Hauptgeschosses und in den Erdgeschoßräumen
ist die Ausstattung gemäß ihrer neben- bzw. untergeordneten Bedeutung
in entsprechender Abstufung erfolgt, in jedem Falle aber weniger aufwendig
betrieben worden. Geringe Reste originaler Substanz, Fotografien sowie
Beschreibungen der Seitensäle und Eckräume im ersten Obergeschoß belegen,
daß diese ebenfalls stuckiert und mit Deckenmalereien versehen waren;
das Gemälde im südlichen Seitensaal wurde, wohl seines schlechten Erhaltungszustandes
wegen, bereits in früheren Zeiten entfernt. Bezüglich des Erdgeschosses
kann hinsichtlich der Eckräume keine Aussage getroffen werden, da hier
weder irgendwelche Sachzeugen erhalten noch entsprechende Nachrichten
überliefert sind. Offenbar konzentrierte sich die Ausschmückung jedoch
auf die Mittelhalle und die seitlichen Langsäle, wobei die Stukkaturen
in den beiden letzteren bedeutend reicher ausgefallen sind als im Vestibül.
Baugebundene Malerei befand sich freilich in allen drei Räumen (hier
wohl von Heinrich Christoph Fehling ausgeführtl. In den Gewölbespiegeln
der Mittelhalle und der beiden als Zugänge dienenden, tonnengewölbten
Räume waren die zwölf Gestalten des Tierkreises dargestellt. Ihre Anordnung
entsprach dem nachfolgenden Schema: Von diesen al secco ausgeführten
Malereien haben nur die beiden unter den Treppenpodesten befindlichen
den Krieg überstanden: das Tierkreiszeichen der Zwillinge im Osten und
das des Schützen im Westen. Trotz starker Beschädigungen ist der kühle,
kräftige Ton noch gut zu erkennen. Drei ovale Deckenbilder mit figürlichen
Darstellungen schmückten den südlichen Seitensaal; die entsprechenden
Gemälde im nördlich gegenüberliegenden Raum waren bereits vor dem Krieg
überstrichen. Jeweils in der Mitte der inneren Längswand beider Säle
befand sich in den hier angeordneten Nischen noch eine ca. 1,80 m hohe
Statue aus Sandstein, und zwar im Südsaal die Darstellung eines alten
Mannes (Allegorie des Herbstes?) und im Nordsaal eine als Flora gedeutete
weibliche Gestalt. Erstere ist etwa 1678/79 entstanden und wird von
Sigfried Asche dem als Hofbildhauer zeitweise in Dresden tätigen Schneeberger
Meister Johann Heinrich Böhme d. Ä. zugeschrieben, die letztere, ebenfalls
um 1680 datierte Figur ließ sich als ein Werk des Jeremias Süßner feststellen.
Beide Stücke gelten als Kriegsverlust, wobei es allerdings schwer vorstellbar
erscheint, daß sie bei dem verhältnismäßig guten Erhaltungszustand der
Räume nach den Luftangriffen (die Deckengewölbe waren hier ja nicht
eingestürzt!) vollständig zerstört gewesen sein sollen. Auch ihre Aufstellung
in Wandnischen müßte schließlich einen gewissen Schutz bewirkt haben.
Insofern könnte es natürlich sein, daß Teile der Skulpturen möglicherweise
doch erhalten sind und eines Tages noch aufgefunden werden.
Bemerkungen zur denkmalpflegerischen Wiederherstellung
seit 1945
Infolge der am 13./14. Februar 1945 gegen Dresden geführten Luftangriffe
brannte das Palais, welches zuletzt dem Sächsischen Altertumsverein
als Ausstellungsgebäude gedient hatte, völlig aus. Sowohl die Inneneinrichtung
als auch die Bestände des Museums gingen verloren. Die Dächer und Balkendecken
der Geschosse wurden vernichtet; große Fassadenteile, insbesondere im
Bereich des Südflügels, waren schwer beschädigt. Nach Kriegsende galt
es zunächst, die erhalten gebliebenen Gewölbe im Vestibül und in den
beiden angrenzenden Seitensälen des Erdgeschosses durch eine Notbedachung
vor dem Einsturz zu bewahren. In den Jahren 1953-1970 erfolgte dann
die schrittweise äußere Sicherung der Fassaden. Eine neue Stahldachkonstruktion
konnte ab 1964 aufgebracht werden, das Richtfest fand Anfang April 1965
statt. Im Anschluß daran begann man mit der Eindeckung, deren Ausführung
in Kupfer seinerzeit jedoch auf den Bereich des Nordflügels beschränkt
blieb. Der bis zu diesem Zeitpunkt noch erhalten gebliebene Stuck wurde
1965 gesichert. Unter Mitwirkung von Peter Makolies kam es 1968-1974
zur Herstellung einer Architekturachse des Festsaales als Rekonstruktionsprobe
in Weißstuck, Kunstmarmor und Sandstein. Von 1978-1984 erfolgte die
teilweise Nutzung des Gebäudes als Atelier für den Wiederaufbau des
von Gottfried Semper erbauten Dresdner Opernhauses, u. a. wurde hier
der Bühnenvorhang gemalt. Mit der schrittweisen Instandsetzung ging
es dann ab 1983 weiter. Eine damals durchgeführte Festigung der beiden
Tierkreiszeichen-Bilder in den Tonnengewölben der Eingangsbereiche sicherte
zunächst erst einmal deren weiteren Bestand. Ebenfalls 1983 begann die
Rekonstruktion der Stukkaturen im Erdgeschoßbereich auf der Grundlage
vorhandener Reste und historischer Fotografien. Nach Fertigstellung
der Decke in der Mittelhalle wurden diese Arbeiten zunächst im nördlichen
Seitensaal und im Anschluß daran auf der Südseite fortgeführt, wo sie
im Herbst 1992 zum Abschluß gelangten. 1984 erfolgte eine Stabilisierung
der Nordfassade im Bereich der Arkadenbögen, da sich die Pfeiler dort
als nicht sanierungsfähig erwiesen hatten. Fassade, Leibungen und anschließende
Gewölbe sind deshalb durch Vernadelung mit Stahlankern und Verpressen
mit Zementinjektionsflüssigkeit gesichert worden. Den 1984-1985 erstellten
Kopien der Innenportale folgten 1986 die äußeren Portale für die Erdgeschoßgelasse.
Parallel dazu verliefen u. a. die im folgenden aufgeführten Arbeiten:
Verputz der Wände, Pfeiler und Sockel in der Erdgeschoß-Mittelhalle,
Einsetzen von Vierungen am nördlichen Mittelrisalit und später auch
an den Arkadenbögen sowie Gewölbesanierung über dem südlichen Erdgeschoß-Seitensaal.
Die Leitung all der genannten Arbeiten oblag in den zurückliegenden
Jahren anfänglich der Bauabteilung für kulturhistorische Bauten Dresdens,
der späteren Bauabteilung des Instituts für Denkmalpflege, aus der dann
wiederum das Projektierungsatelier des VEB Denkmalpflege hervorging.
Die wissenschaftliche Betreuung erfolgte über die ganze Zeit hinweg
durch dasInstitut für Denkmalpflege, welches sich gemeinsam mit dem
Rat der Stadt auch immer wieder dafür einsetzte, daß staatliche Mittel
für die Finanzierung zum Einsatz gelangten und der Baubetrieb somit
- trotz aller Widrigkeiten - niemals ganz zum Erliegen kam. Eine hier
erarbeitete und 1985 vorgelegte Rahmenzielstellung zur denkmalpflegerischen
Wiederherstellung der Innenräume gibt seither die diesbezügliche Grundrichtung
für das Herangehen vor. Nachdem das Palais im Großen Garten dann Anfang
1993 wieder in den Besitz des Freistaates Sachsen übergegangen war (wodurch
es nun in den Zuständigkeitsbereich des Staatshochbauamtes Dresden I
gehört), konnte auch die zwischenzeitlich bereits begonnene Rekonstruktion
des Dachbereiches realisiert werden. Außer der schon lange geplanten
Neueindeckung sämtlicher Dachflächen in Kupfer galt es, alle hier befindlichen
Schmuckelemente (Zierschornsteine, Dachbalustrade, Fruchtpokale usw.)
wiederherzustellen, eine Aufgabe, die im April 1994 zur Vollendung gelangte.
Seit 1996 konzentrieren sich die denkmalpflegerischen Bemühungen auf
die Fassaden, deren endgültige Restaurierung durch Bildhauer, Steinmetzen
und Restauratoren im Bereich des Nordflügels sowie auf der Ostseite
des Mitteltraktes bereits abgeschlossen werden konnte. Dem gegenwärtig
laufenden Baugeschehen an der Westseite wird sich nun noch die Bearbeitung
des Südflügels anschließen, mit dessen Fertigstellung spätestens im
Jahre 2000 zu rechnen ist. Es besteht jetzt die Absicht, einige Räume
im Erdgeschoßbereich schon in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit dauerhaft
zugänglich zu machen. Seitens der Denkmalpflege ist in dem Zusammenhang
erneut vorgeschlagen worden, insbesondere in der Eingangshalle, den
angrenzenden Seitensälen sowie im südwestlichen Eckraum sächsische Barockplastik
zu präsentieren, wobei es sich um bereits ausgewählte und im Palais
befindliche Stücke handelt. Als entscheidender Mitstreiter für diesen
seit längerem existierenden Gedanken erwiesen sich die Staatlichen Schlösser
und Gärten Dresden (als Verwalter der Liegenschaftl, so daß ein entsprechender
Beschluß gefaßt werden konnte und der Realisierung jetzt grundsätzlich
nichts mehr im Wege steht. Parallel dazu sind die genannten Räume für
eine sensible Mehrfachnutzung vorgesehen, die - Konzerte, Vorträge oder
kleinere Empfänge haben es wiederholt gezeigt - in diesem Bereich ohne
weiteres möglich ist. Was das Hauptgeschoß anbetrifft, so käme dasselbe
nach umfangreichen Rekonstruktionsmaßnahmen, die zweifellos noch über
einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen müßten, einem Gesamtkunstwerk
gleich, welches den festlichen Rahmen für die verschiedensten Anlässe
bieten könnte, aber nicht mit Ausstellungsfunktionen belastet werden
darf (die notwendigen Grundsatzentscheidungen stehen aber noch aus).
Schließlich bieten die in den Seitenflügeln des Palais befindlichen
Nebenräume im Mezzaningeschoß diverse Möglichkeiten für die Einbindung
untergeordneter Aufgaben und Zwecke. Insgesamt ist festzustellen, daß
der zielgerichtete und konzentrierte Einsatz von Mitteln für den endgültigen
Wiederaufbau des Palais im Großen Garten unabdingbar ist, wenn die Arbeiten
daran weiterhin kontinuierlich und sinnvoll vorangehen sollen. Mit der
schließlichen Fertigstellung des Gebäudes wäre dann allerdings ein architektonisches
Kleinod von vollendeter Harmonie wiedererstanden und damit zugleich
ein entscheidendes Stück kultureller Identität der Stadt zurückgewonnen.
Auf diese Weise ginge ein Herzenswunsch der Bürger Dresdens in Erfüllung,
was nicht zuletzt auch all ihren Gästen zugute käme.
Literatur
STECHE, RICHARD: Das Palais im königl. Großen Garten zu Dresden. In:
Leipziger Zeitung. Wissenschaftliche Beilage 1886, S. 650 f.
WANCKEL, OTTO: Führer durch das Museum des Königlich Sächs. Alterthumsvereins
im Palais des Königi. Grossen Gartens zu Dresden. Neubearbeitung des
von Dr. A. von Eye im Jahre 1879 herausgegebenen Führers. Dresden 1895
GURLITT, CORNELIUS (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau-
und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen. H. 22: Stadt Dresden. Th.
2. Dresden 1901, S. 463-479
SIGISMUND, ERNST: Der Dresdner Oberhofmaler Samuel Bottschildt. In:
Dresdner Anzeiger. Sonntagsbeilage 3 (1903) Nr. 12 vom 22.3., S. 61-63
und Nr. 13 vom 29.3., S. 65-67
PLAUL, RUDOLF: Die Stuckdecken in Sachsen. Ihre geschichtliche Entwicklung
und künstlerische Bedeutung. Berlin 1920
SPONSEL, JEAN LOUIS: Der Zwinger, die Hoffeste und die Schloßbaupläne
zu Dresden. Mit 99 Tafeln, davon eine Doppeltafel und zwei in Farben,
sowie 31 Textbildern in Lichtdruck [Text- und Tafelband]. Dresden 1924
ASCHE, SIGFRIED: Das Parisurteil am Palais im Großen Garten und sein
Meister. In: Dresdner Anzeiger. Wissenschaftliche Beilage 7 (1930) Nr.
12 vom 25. März, S. 45 f.
RAUDA, FRITZ: Das Schloß im Großen Garten. Baukunst vor 250 Jahren.
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ASCHE, SIGFRIED: Drei Bildhauerfamilien an der Elbe. Acht Meister des
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LÖFFLER, FRITZ: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. 6. Aufl.
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GRAU, REINHARD: Dresden, Großer Garten. Denkmalpflegerische Zielstellung.
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